Jürgen Becker, Welt- und vor allem Kölnversteher, hat sich einmal mehr „ne rischtisch dicke Kopp jemaat“. So oder so ähnlich heißt das in Köln, wenn man über etwas wirklich richtig nachdenkt. Becker, der sein Publikum 28 Jahre in den Mitternachtsspitzen und bis heute Abend für Abend auf der Bühne mit den Worten begrüßt: „So, da wollen wir uns mal einen schönen Abend machen!“, stellt sich nämlich eine schwerwiegende Frage: Darf man in Zeiten wie diesen, in einer Welt wie unserer, mit Despoten wie ebenjenen überhaupt noch einen schönen Abend haben? Oder kann man es vielleicht nicht nur — sondern muss es sogar?
Denn was zunächst klingt wie rheinische Gemütlichkeit, führt bei Becker direkt ins Zentrum der Gegenwart. In die Ukraine zum Beispiel, wo erschöpfte Menschen ihm bei Hilfskonvois zuprosten und sagen: „Wenn wir nicht mehr feiern, singen und tanzen, haben wir verloren.“ Oder in den deutschen Alltag, wo der Westfale morgens fragt: „Was kann ich heute schaffen?“ und der Rheinländer sinniert: „Wo geh’n mer heut Abend hin?“ Und schließlich mitten hinein in die große Frage, wie viel Geselligkeit eine Demokratie braucht, damit sie nicht nur funktioniert, sondern auch wirklich lebt.
Mit Witz, Wissen und der ihm eigenen Lust an historischen Seitenstraßen erzählt Becker von der Aufklärung, von Wirtshäusern, freier Platzwahl und der revolutionären Kraft des Zusammensitzens. Denn wer miteinander trinkt, singt, redet und streitet, ist noch lange nicht verloren. Vielleicht sogar beginnt Demokratie nicht etwa im Parlament, sondern vielmehr am Tisch nebenan.
Natürlich geht das alles bei Jürgen Becker nicht ohne Musik. Die eingängigen Musikzitate und Melodien sorgen dafür, dass an diesem Abend niemand aus dem Takt kommt — und jede Pointe ihr ganz eigenes Hit-Potential entfaltet.
Und so führt Becker, dieser kölsche Universalphilosoph, sein Publikum schließlich und endlich zur segensreichen Erkenntnis, dass auch in einer Welt wie dieser rein gar nichts gegen einen schönen Abend spricht. Außer vielleicht … „dä rischtisch dicke Kopp“ am nächsten Morgen.
VVK: 31,80 Euro / Abendkasse: 35 Euro – nummerierte Sitzplätze
Ermäßigungen: Kinder, Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung ab 50% (laut Ausweis), Hartz lV-Empfänger erhalten 2 Euro Ermäßigung. Für eine Begleitperson von Menschen mit Behinderung, die eine Begleitpersonen benötigen, ist der Eintritt frei. Besitzer einer Ehrenamts-Card bzw. eines Kulturpasses der Stadt Gudensberg erhalten beim Ticketkauf 25% Ermäßigung. Für jeden Ermäßigungsgrund muss beim Einlass ein Nachweis vorgelegt werden.
Kartenvorverkauf: online www.reservix.de sowie alle ADticket VVK-Stellen, z. B. Bürgerbüro der Stadt Gudensberg, Tel: 05603/933-0
Veranstalterin: Kulturbüro Frauke Stehl in Kooperation mit der Stadt Gudensberg
